“Gesternmorgen – Klang der Zeiten“ – das Festkonzert zu den Schweriner Welterbe-Tagen.
Der gebürtige Dresdner Hartmut Haenchen zählt seit Jahrzehnten zu den international gefragten Dirigenten. Anlässlich der Schweriner Welterbe-Feiern dirigiert der prominente Orchesterleiter am Samstag, 6. Juni, um 19:00 Uhr das Festkonzert der Mecklenburgischen Staatskapelle. Auf dem Programm stehen Werke der Mecklenburg eng verbundenen Komponisten Johann Wilhelm Hertel und Friedrich von Flotow. Und auch zu Franz Schuberts Großer Sinfonie Nr. 8 C-Dur gibt es eine Verbindung: Friedrich von Flotow brachte sie in Schwerin erstmals 1862 zu Gehör.
Hartmut Haenchen leitete von 1976 bis 1979 als Chefdirigent die Mecklenburgische Staatskapelle. Gleichzeitig war er Musikdirektor des Staatstheaters in Schwerin. In dieser Zeit prägte er das Orchester nachhaltig. Politische Konflikte führten 1979 zu seinem Abschied aus Schwerin und später zum Verlassen der DDR. Am kommenden Samstag steht er erstmals wieder am Pult der Staatskapelle, dieses Mal im Theaterzelt am Küchengarten.
Sie wollen wissen, was den prominenten Dirigenten bewegt, nach über vier Jahrzehnten wieder an seiner ehemaligen Wirkungsstätte zu musizieren? Sie interessiert, was den Musikforscher Stefan Fischer antreibt, immer wieder nach musikalischen Perlen aus Mecklenburg zu tauchen? Peter Scherrer hatte die Gelegenheit mit beiden Musikern über das Festkonzert zu reden und hier geht es zum Kulturkompass-MV Podcast.
Der Geiger Stefan Fischer beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem musikalischen Erbe Mecklenburgs. Für das Festkonzert hat Stefan Fischer die Sinfonia D-Dur von Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) in eine Version gebracht, die an die Urfassung anknüpft. Johann Wilhelm Hertel wurde bekannt für seine Instrumentalmusik, die Würde und Status seiner herzoglichen Auftraggeber wiedergeben sollte. Später widmete er sich auf herzoglichen Wunsch der geistlichen Musik.
Friedrich von Flotows (1812-1883) romantische Opernmelodien begeisterten hundert Jahre später das Publikum der Schweriner Hofbühne. Von 1855 bis 1863 war Friedrich von Flotow am Schweriner Hoftheater als Intendant unter Vertrag. Zur Einweihung des neuen Schweriner Schlosses komponierte er 1857 die Oper „Johann Albrecht, Herzog von Mecklenburg“. Musikforscher Stefan Fischer hat die Ouvertüre neu bearbeitet. Sie wird beim Festkonzert seit über 160 Jahren erstmals wieder zu hören sein.
Franz Schuberts Große C-Dur-Sinfonie (D 944) gilt als eines der bedeutendsten sinfonischen Werke der Spätromantik und unterstreicht die historische Verbindung des Orchesters zur Wiener Klassik.



Das Festkonzert der Mecklenburgischen Staatskapelle beginnt am Samstag, den 6. Juni, um 19 Uhr.