Zwischen Paris und Porvoo liegt Pampin

Der Pampiner Appell für Demokratie zieht überregionale Kreise

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Von Susanne Scherrer

Fast 180 besorgte Bürgerinnen und Bürger haben sich mit dem Pampiner Appell solidarisch erklärt und den Aufruf für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde unterzeichnet. Mit dabei sind bekannte Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Kulturvermittler*innen, Pädagog*innen, Jurist*innen und viele andere engagierte Menschen aus ganz Deutschland – und darüber hinaus. Das politische Schicksal unseres Bundeslands liegt allen am Herzen, die es kennen, sei es als Besucher*in, beruflich oder als jemand, die oder der hier geboren wurde. Solidaritätsbekundungen trafen ein aus Brüssel, aus der französischen Hauptstadt, London, der Schweiz, Dänemark und aus Porvoo, Finnland. Deutschlandweit haben sich Menschen zwischen München, Leipzig, Bremerhaven und Kiel gemeldet.

Das zeigt vor allem: Wir Wählerinnen und Wähler in Mecklenburg-Vorpommern werden gesehen und beobachtet. Von dem, was hier passiert, zeigen sich auch jenseits der Landesgrenzen alle betroffen, die den Ernst der Lage kennen: Viel zu viele hierzulande lassen sich von den hasserfüllten, aber inhaltsleeren Parolen der machthungrigen, extremistischen Kräfte instrumentalisieren.

Der Pampiner Appell ist eine von vielen gesellschaftlichen Initiativen, die im Vorfeld der Landtagswahlen aktiv geworden sind. „Was auf dem Spiel steht“ erwies sich als das verbindende Motto. Um einige Beispiele zu nennen: Eindeutige Worte findet die Evangelische Kirche: „Die Positionen der AfD und anderer rechtsextremistischer Organisationen, die die gleiche Würde aller Menschen bestreiten, sind mit christlichen Werten und mit der Verfassung unserer Kirche nicht vereinbar.“ (Bischofswort zur Landtagswahl 2026). Das überparteiliche Netzwerk „Zusammen bewegen“ engagiert sich für eine offene Gesellschaft und ein konstruktives und demokratisches Miteinander. Die Theater des Landes haben zu Mitmach-Aktionen aufgerufen, die unsere Demokratie, die Menschenwürde und die Kunstfreiheit bewahren sollen.

Auch die Unterzeichnenden des Pampiner Appells bekennen sich zur offenen Gesellschaft. Sie rufen insbesondere auf, die Unabhängigkeit von Wissenschaft und Kunst zu verteidigen. „Ohne die Freiheit von Forschung und Kultur kann es keine kreativen und innovativen Antworten auf die aktuellen Krisen und Bedrohungen geben“, so ein Kommentar.

Als zivilgesellschaftliche Initiative initiierten Ortrun Venth-Vogt und Wolfgang Vogt, die Betreiber des „kulturforum Pampin“, einem Dorf im Landkreis Ludwiglust-Parchim, den Appell. Unterstützt von einem kleinen Team, dem Musiker Ulrich Maiß, der Personalmanagerin Silke Maiß, dem IT-Experten Hugo Kröger und uns, Susanne und Peter Scherrer als Aktive des Kulturkompass MV, verbreiteten sie den Aufruf in Straßenaktionen und in ihren persönlichen Netzwerken.

Es kann nicht oft genug wiederholt werden:

Lassen wir nicht zu, dass Angst stärker wird als Vernunft.

Lassen wir nicht zu, dass Wut wichtiger wird als Verantwortung.

Lassen wir nicht zu, dass Demokratie und Freiheit schleichend beschädigt werden.

Wählen wir mit Augenmaß.

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Titelbild: Brief aus dem Gefängnis von Marya Kalesnikava, belarussische Oppositionelle, verteilt als Teil der Inszenierung der Oper „Fidelio“ des Mecklenburgischen Staatstheaters, am 13. September 2026. (Foto: @Peter Scherrer)

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Susanne Scherrer, studierte Dipl.Pol., forscht zur Familie Mendelssohn, vermittelt und unterstützt Literatur-, Konzert- und Kunstevents. Lebt in Schwerin.

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