Kunst von Anne Mundo in der Galerie Hinter dem Rathaus
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Von Peter Scherrer
Unter dem programmatischen Titel „Was Schönes“ zeigt der Kunstverein Wismar 36 Arbeiten der Malerin und Zeichnerin Anne Mundo. Einzelstücke, aber auch drei Bilderserien sind ausgestellt. Die in Rostock geborene und heute in Berlin lebende Künstlerin arbeitet mit einer Vielzahl von Techniken – von asiatischer Tusche über Acryl und Öl bis hin zu Druck und Zeichnung auf Papier. In Wismar macht sie neugierig mit einer Installation im Galerieschaufenster zur „Innen-Ein- und Außen-Ansicht“. Der Ausstellungstitel in Neonschrift erscheint wie die Werbung einer Bar oder eines „Spätis“ – Orte, die für Vergnügen und Konsum stehen. Ebenso können sie bei genauerem Hinsehen auch auf die Flucht aus dem Alltag und Suchtverhalten hinweisen.

„Was Schönes“ klingt zunächst leicht und positiv – steht aber im Gegensatz zu einer Welt, die von Krisen, Kriegen, Krankheiten und gesellschaftlicher Spaltung geprägt ist. Anne Mundo adressiert die seit Jahrhunderten immer wieder gestellte Frage: Was ist überhaupt noch schön?

Politischer sind ihre Arbeiten (Tusche auf Papier/Öl auf Leinwand) mit dem Titel „Die Entwurzelten, lo Sradicato, the Uprooted – In Gedenken an Ursula Hirschmann“ (2025). Diese Werke widmet die Künstlerin der deutschen Antifaschistin Ursula Hirschmann, die als Mitverfasserin des „Manifests von Ventotene“ zum europäischen Einigungsgedanken beigetragen hat. Hirschmann floh vor den Nationalsozialisten und engagierte sich nach dem Krieg für ein freies und einiges Europa. Später gründete sie den Bund „Femmes pour l’Europe“, eine Initiative zur Stärkung der Frauenrechte. Anne Mundo greift mit dieser Arbeit die Idee des europäischen Humanismus auf.


Mit „Was Schönes“ bietet Anne Mundo eine vielschichtige Auseinandersetzung mit der Idee von Schönheit in schwierigen Zeiten. Ihre Arbeiten sind bis 28. Februar 2026 in der Galerie Hinter dem Rathaus in Wismar zu sehen.
Alle Fotos: @Peter Scherrer
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