Grit Sauerborn präsentiert Werke „Im kleinen Rahmen“
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Von Til Rohgalf
Im Café des Schweriner Co-Working-Space „tisch” sind derzeit Arbeiten der Künstlerin Grit Sauerborn zu sehen. „Im kleinen Rahmen“ heißt die Reihe, in der regelmäßig Künstler*innen ihre Werke in der Schweriner Innenstadt präsentieren.
Grit Sauerborn ist tief verwurzelt in Mecklenburg-Vorpommern: 1964 in Güstrow geboren und aufgewachsen, absolvierte sie Studien der Schriftgestaltung und Plakatmalerei in Schwerin sowie der Malerei und Grafik in Rostock. Sie arbeitete für das Volkstheater Rostock und ist auch seit vielen Jahren Dozentin für Malerei und Grafik an der Kinder- und Jugendkunstschule „Kunst.Schule.Rostock“. Grit Sauerborn tritt zudem als Kuratorin nationaler und internationaler Kunstprojekte in Erscheinung. Als Mitbegründerin der Initiative „Part” im alten Güterbahnhof Rostock und durch die Mitarbeit an diversen Kunstformaten prägt sie seit Jahren die Rostocker Kunstszene.


Neben dieser Verwurzelung in Mecklenburg-Vorpommern sind es auch ausführliche Auslandsaufenthalte und -stipendien – in Ländern wie Island, Japan oder Rumänien –, die ihre Arbeiten beeinflussen. Ihre Werke waren bereits in Deutschland, Dänemark, Litauen, Russland, Rumänien, Indien, Island, Japan, China und den USA zu sehen.
Grit Sauerborn vereint Elemente der Grafik und der Malerei: Sie beschreibt ihre Werke als „gebaute“ Bilder. Die Künstlerin nutzt Collagen und Monotypien nicht nur als eigenständige Kunstwerke, sondern primär als vorbereitende Entwürfe für großformatige malerische Umsetzungen: „Ich baue gerne meine Bilder“, verriet die Künstlerin im Vernissage-Gespräch mit der Kuratorin Karen Obenauf am vergangenen Mittwoch. „Ich sage gerne grafische Malereien dazu.” Sie liebe die bildnerische Komposition. Collagen seien ein wichtiges Mittel.

Ein zentrales Element vieler ihrer Werke sind Senkrechte, die sie oft aus der Beobachtung von Bäumen und Wäldern ableite. Das Schieben und Bauen von Papierflächen in Collagen diene der Erforschung von Flächen und Kompositionen. Spezifische Landschaftserfahrungen hätten einen spürbaren Einfluss auf ihr Arbeiten: „Island, war sehr prägend”, so Grit Sauerborn über ihr Residenzstipendium im Jahr 2024: „Da gab es diese schwarzen und massiven Flächen.“ Auch ihr Aufenthalt in Japan im Rahmen eines Stipendiums der Deutsch-Japanischen Gesellschaft 2008 sei für ihren künstlerischen Ausdruck prägend geworden: „In Japan erkannte ich, dass weniger mehr ist und der Zwischenraum ebenso spricht wie das Motiv.“
Frühere Arbeiten Sauerborns, die während ihrer Zeit am Theater entstanden, seien „überfrachtet“ und erzählerisch dicht gewesen. Die Erfahrungen in Japan führten zu einer Reduktion: Eine einzelne Figur im Licht, so die Künstlerin, könne nun ausreichen, um eine vollständige Aussage zu treffen, ohne dass das Motiv überladen werden müsse.


Sauerborns Arbeiten enthalten starke emotionale Kontraste: Sie kombiniert statische und starre Strukturen mit lyrischen, träumerischen oder melancholischen Elementen. Dieses Konglomerat aus kargen Strukturen und lyrischem Ausdruck, die Vereinigung aus Abstraktion und Narrativem, ist ein Charakteristikum ihrer Werke. Die Betrachter*innen seien eingeladen, durch die Räume und Ebenen ihrer Kompositionen zu spazieren, so die Künstlerin im Begleittext zu der Ausstellung.
„Im kleinen Rahmen“ entwickelt sich zu einem festen Kunstformat in Schwerin. Etablierte wie neue regionale und überregionale Künstler*innen präsentieren ihre Arbeiten im niedrigschwelligen Kontext des Co-Working-Spaces. Kunsträume außerhalb der hermetischen Welt der Galerien und Museen werden so geschaffen.
Titel: Wasserziehen III, Acryl, Tusche a. LW, 2024 (Alle Fotos: © Peter Scherrer)
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