„Für Freiheit und Republik!“ – demokratisches Engagement in der Weimarer Republik

Ausstellung in Trebbow erinnert an den Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

.

Von Peter Scherrer

Am kommenden Sonntag, 10. Mai 2026, wird um 16 Uhr in der Denkstätte Teehaus Trebbow die Sonderausstellung „Für Freiheit und Republik! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold im Kampf für die Demokratie in Mecklenburg 1924 bis 1933“ eröffnet. Die Schau wirft einen Blick auf eine der wichtigsten demokratischen Wehrorganisationen der Weimarer Republik und deren Engagement in Mecklenburg – ein Thema, das angesichts aktueller politischer Polarisierung erschreckend aktuell wirkt.

Das Reichsbanner: Demokratie aktiv verteidigen!

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold war eine Vereinigung ehemaliger Frontsoldaten, die sich in den Anfangsjahren der Weimarer Republik formierte. Das Reichsbanner wurde am 22. Februar 1924 in Magdeburg als überparteiliches Bündnis von der SPD, der liberalen Deutschen Demokratischen Partei und der katholischen Zentrumspartei gegründet. Die Vereinigung setzte sich zum Ziel, die junge Demokratie zu stärken. Besonders präsent war die Organisation bei Verfassungsfeiern, dem Jahrestag der Ausrufung der Republik oder dem des Hambacher Festes. Symbolträchtig trat das Reichsbanner für die Werte der Weimarer Republik ein – nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten: Musikkapellen zogen durch die Dörfer, feierten und ließen die Ideale der Demokratie lebendig werden. Bildungsangebote, Sportaktivitäten und geselliges Vereinsleben machten das Reichsbanner populär.

Reichlich Originaldokumente und Exponate aus der Weimarer Zeit präsentiert die Ausstellung


Exponate mit regionaler und nationaler Geschichte

In der Trebbower Ausstellung werden historische Dokumente, Fotos, Original-Zeitungsausschnitte, Druckerzeugnisse, Ausweise, Ordnerbinden etc. gezeigt. Ein besonderes Highlight ist eine Fahne des Reichsbanners aus Neukloster, die lange in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin ausgestellt war. „Das ist unser Ansatz, dass wir die große Weltgeschichte herunterbrechen auf die Region, auf das, was man kennt. Und ich finde es einen tollen Gedanken: Da ist eine Flagge eines sehr engagierten ehrenamtlichen Mitglieds in Neukloster, die geht nach Berlin, kriegt sozusagen nationale Bedeutung in einer großen Ausstellung – und kommt aus Berlin wieder zurück nach Mecklenburg, um sie hier zu zeigen. Ich finde toll, wie sich der Kreis schließt“, erklärt Klaus-Jürgen Ramisch, Schatzmeister des Fördervereins. 

Vereinsvorsitzende Ramona Rahmsenthaler (links) und Schatzmeister Klaus-Jürgen Ramisch bereiten die Ausstellung vor.

Aktuelle Bezüge: Demokratie stärken, Dialog fördern

Für Ramona Ramsenthaler, Vorsitzende des Fördervereins Denkstätte Teehaus Trebbow, ist die Ausstellung mehr als ein historischer Rückblick: „Wir setzen uns mit Diktaturen auseinander, aber bemühen uns auch um die Stärkung der Zivilgesellschaft und der Demokratie. Im September stehen Landtagswahlen an, und wir wollen an diesem Ort die Möglichkeit geben, sich über Wahlen, Wahlkampf und die Sicherung der Demokratie auszutauschen. In der Gesellschaft wird viel polarisiert und zu wenig miteinander gesprochen. Hier wollen wir im Zusammenhang mit der Ausstellung dafür einen Ort schaffen.“
Ramsenthaler betont: „Es geht um die Auseinandersetzung mit Diktaturen – dazu gehört die nationalsozialistische Diktatur. Wir wollen anhand des Reichsbanners zeigen, wie Menschen sich für die Zivilgesellschaft eingesetzt haben, für den Bestand der Republik. Also nicht nur geschimpft oder gemeckert, was nicht in Ordnung ist, sondern aktiv versucht haben, diese Demokratie mit Leben zu füllen. Denn Demokratie funktioniert nur durch Menschen.“

Bei der Eröffnung werden Dr. Fritz Felgentreu, Bundesvorsitzender des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e. V., und Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, sprechen.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Oktober 2026 zu sehen. Geöffnet ist sie an jedem zweiten Sonntag von 13 bis 16 Uhr sowie nach vorheriger telefonischer Anmeldung unter 0173 2303860 oder per E-Mail an mail@teehaus-trebbow.de. Der Eintritt ist frei.

(Fotos: © Peter Scherrer)

Sie möchten auf eine Veranstaltung aufmerksam machen?
Nutzen Sie unseren Event-Kalender: https://www.kulturkompass-mv.de/veranstalter/
Sie möchten ihre Meinung sagen? Mail an: info@kulturkompass-mv.de

Verwandte Beiträge