ANSOUND im Dezernat5
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Von Til Rohgalf (Text) und Peter Scherrer (Podcast)
Der Schweriner Künstler Thomas Sander veröffentlicht seit Jahren regelmäßig experimentelle Klangimprovisationen auf dem Online-Portal Soundcloud. Mit seinem Projekt ANSOUND tritt er im Rahmen der Ausstellung „Selbander” am kommenden Freitag, den 8. Mai im Dezernat5 auf.

Thomas Sander studierte Kunst in Heiligendamm und Innenarchitektur in Wismar. Seit 2003 ist er Dozent an der Schweriner Kunstschule ATARAXIA. Gemeinsam mit Udo Dettmann und Tino Bittner gründete er die Galerie Dezernat5.Die instrumentalen Tracks des Klangkünstlers tragen so deutungsoffene Namen wie „Bis dahin und nicht weiter”, „Mit halber Kraft” oder „Opfer seines eigenen Witzes”. Er versteht seine Veröffentlichungspraxis auf Soundcloud selbst als ein akustisches Stimmungstagebuch.
Die instrumentalen Tracks des Klangkünstlers tragen so deutungsoffene Namen wie „Bis dahin und nicht weiter”, „Mit halber Kraft” oder „Opfer seines eigenen Witzes”. Er versteht seine Veröffentlichungspraxis auf Soundcloud selbst als ein akustisches Stimmungstagebuch.

Zu hören sind Soundcollagen, die aus bearbeiteten Samples, Loops, Alltagsgeräuschen und akustischen Klangquellen bestehen. Thomas Sander wandert durch Jahrzehnte experimenteller Musik, pendelt irgendwo zwischen Musique concrète, Ambient, Proto-Industrial der späten 70er Jahre und Dada.
Neugierig auf den Sander-Sound? Hier zum Podcast klicken:

Die englische Avantgarde-Legende Steven Stapleton mit seinem Langzeitprojekt Nurse with Wound oder das deutsche Pendant Hirsche nicht aufs Sofa sind ebenso als musikalische Referenzen zu nennen wie Frühwerke der Sheffielder Industrial-Veteranen Cabaret Voltaire. In besonders skurrilen Augenblicken erinnern Thomas Sanders‘ Kompositionen an The Residents.
Es ist der gleiche Anspruch, akustische Erlebnisse zu schaffen, die sich musikalischen Definitionsgrenzen entziehen und dennoch hör- und genießbar bleiben. Trotz dieser Reminiszenzen: Thomas Sander gelingt es, seine obskuren und abstrakten Klanglandschaften mit einer eigenen Handschrift zu versehen. ANSOUND ist keine Retro-Avantgarde, dafür hantiert Thomas Sander zu zielsicher jenseits von zeitlichen und räumlichen Kontexten oder Eindeutigkeiten.

Zu hören ist ANSOUND mit dem Programm „Abriss” am 8. Mai ab 20 Uhr im Dezernat 5 in Schwerin. Der Eintritt ist frei.
Abb.: Thomas Sander vorm Dezernat5, Studio Kulturkompass-MV (Alle Fotos: © Peter Scherrer)
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